


Erst vor wenigen Jahren wurde Fürstenberg mit einem spektakulären Fund an seine Vergangenheit erinnert: Dem Goldschatz mit Münzen aus aller Herren Länder. Wenig Glanz brachte die NS-Zeit, das Konzentrationslager Ravensbrück erinnert heute an die dunklen Stunden der Diktatur.
Gold aus aller Herren Länder

Unverhofft kommt oft, aber nur selten so golden wie 2008. Im Bereich des ehemaligen Marktplatzes am Fuße der alten Wasserburg blitzte plötzlich ein Goldstück aus dem Boden, eines von 18, wie sich später erweisen sollte. Außerdem bargen die Archäologen bei ihren Grabungen an dieser Stelle verschiedene Goldringe, zum Teil mit Edelsteinen besetzt - alles in allem 110 Gramm Gold aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Befundsituation deutete darauf hin, dass der Schatz in einem Beutel aus Stoff oder Leder verwahrt gewesen war.
Die Zusammensetzung der Münzen spiegelt die europäischen Ausmaße des 30-jährigen Krieges wider. Vertreten sind die Münzstätten von Metz, Stettin, Venedig, Gorinchem, Friesland, Geldern, Zwolle, Kairo, Aleppo und Algier. Die Münzen wurden im 16. und 17. Jahrhundert geprägt, Schlussmünze ist ein Dukat Bogislaus XIV. von 1633 aus Stettin. Die Niederlegung erfolgte in der zweiten Hälfte der 1630er Jahre. Für diese Zeit sind für die Region diverse Truppenbewegungen schwedischer und kaiserlicher Söldnerheere überliefert, die unter anderem auch direkt die Stadt Fürstenberg in Mitleidenschaft zogen.
Der Münzschatz ist restauriert und kann im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg/Havel besichtigt werden.
Dunkle Jahre am Schwedtsee
Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen hatten den Auftrag, in dem kleinen Dorf Ravensbrück 1938/39 ein Lager zu errichten, welches als das größte Frauen-KZ des deutschen Reiches in die Geschichte einging. In unmittelbarer Nähe wurde 1942 das Jugendschutzlager Uckermark für weibliche Jugendliche eingerichtet. Zum KZ Ravensbrück gehörten ferner bis zu 70 Außenlager. Zwischen 1939 und 1945 waren insgesamt etwa 132 000 Frauen und Kinder, 20 000 Männer und 1000 weibliche Jugendliche aus 40 Nationen registriert worden.
Befreit wurde das Lager am 30. April 1945 von den sowjetischen Truppen, nachdem zuvor viele Häftlinge auf den sogenannten Todesmarsch geschickt wurden. 1959 fand die Einweihung als Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR statt. Heute gehört der Komplex zur Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Königin Luise lässt grüßen

Unmittelbar mit dem Namen Königin Luises ist das Fürstenberger Schloss verbunden. Die beliebte Königin wurde auf ihrer letzten Reise ins heimatliche Hohenzieritz 1810 von ihrem Vater im Fürstenberger Schloss empfangen. Errichtet wurde der dreiflügelige Barockbau bereits zwischen 1741 und 1752 als Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophie.
Nach ihrem Tode wurde das Schloss Wohnsitz für pensionierte herzogliche Beamte und fungierte nach einer Zerstörung der Stadtkirche ab 1807 für 41 Jahre sogar als Austragungsort der Gottesdienste. 1910 wurde die Stadt Fürstenberg Eigentümer, mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges begann die Einrichtung eines Lazaretts. Nach Kriegsende diente der Bau als Sanatorium für Patienten mit Nerven- und Inneren Krankheiten – unter den Patienten war der spätere deutsche Außenminister Walther Rathenau.
Im Rahmen seiner wechselvollen Geschichte diente das Schloss noch als Schule für Offizierskinder der sowjetischen Garnison, Krankenhaus und Pflegeheim. Seit 2006 ist die Anlage im Besitz eines privaten Investors, der bereits mehrere Bereiche der Fassade hat restaurieren lassen. Geplant ist der Umbau des Schlosses zu einem Wellnesshotel.